Heute möchte ich Euch mal wieder einen Erfahrungsbericht von mir zukommen lassen. Dieses Mal geht es um die etwas umstrittene ketogene Diät.

Als ketogene Diät bezeichnet man eine Ernährungsumstellung, die die Zufuhr von Kohlenhydraten so stark reduziert, dass der menschliche Organismus sogenannte Ketonkörper herstellt.
Ketone sind Energielieferanten, die aus Fettsäuren hergestellt werden und die Glukose im Körper als Hauptenergielieferant ablösen.

Glukose Unter „normalen“ Umständen sind Kohlehydrate die Energiequelle Nummer 1 für den Körper. Folglich wird zunächst alles an eingelagertem Zucker (Glukose) verarbeitet, ehe die körpereigenen Fettzellen zur Bereitstellung von Energie herangezogen werden. Für Menschen, die gerne ein paar Kilo verlieren möchten, ist diese Strategie natürlich nicht wirklich optimal.

Genau hier setzt die ketogene Diät an. Durch den Entzug von Zucker, ist der Körper gezwungen auf alternative Energiequellen zurückzugreifen. Die gelingt im, indem er eingelagertes Fett zu schnell verwertbaren Ketonkörpern umwandelt. Er zapft sozusagen die größte Energiequelle an, die ihm zur Verfügung steht. Die Folge sind dann rapide Gewichtsverluste, da nichts mehr in die eigenen Fett-Depots eingelagert wird. Die ketogene Diät ist also eine sehr strenge Form der Low-Carb Ernährung.

In den vergangenen 9 Monaten habe ich mich dieser Diät verschworen und wirklich jedes Gramm Kohlenhydrate gemieden.

Ich muss zugeben, die ersten 2-3 Wochen sind wirklich hart. Bereits nach 5 Tagen ohne Kohlenhydrate (nachfolgend KH genannt) fällt man in ein tiefes Lethargie-Loch, dass einen wirklich verzweifeln lässt. Die einzige Möglichkeit, hier durchzuhalten, ist die ständige Kontrolle des Körpergewichts, denn dieses geht sehr schnell bergab. Natürlich verliert man zu Beginn hauptsächlich Wasser, da an jedes Gramm KH bereits 2,3g Wasser gebunden sind.

Bei einem Gesamtvorrat von ca 500g KH im menschlichen Körper, ergibt dies schon eine Abnahme von satten 1,1kg+0,5kg = 1,6kg in nur 3 Tagen.

Auch wenn es sich hierbei nur um Wasser handelt, sieht man einfach weniger voluminös aus.

Hat man diese harten Wochen überstanden, beginnt die Diät wirklich Spaß zu machen. Erlaubt sind alle fett- und proteinreichen Nahrungsmittel. Die Gewichtsabnahme ist wirklich super und eigentlich mit keiner anderen Diät vergleichbar.
Dennoch bleibt immer der bittere Beigeschmack, dass man eben kaum noch auswärts essen kann. Besonders schwierig ist es also, wenn man mit den Freunden am Wochenende unterwegs ist. Während sich dann zumeist jeder etwas Leckeres zu seinem Cocktail bestellt, schaut man selbst nur in die Röhre. Kaum ein Restaurant oder Lokal bietet entsprechend kohlehydratfreie Gerichte an. Ich würde sogar soweit gehen und sagen, dass dies der Hauptkritikpunkt der ketogenen Diät ist.

Mein Wunschgewicht hatte ich bereits nach 2,5 Monaten erreicht. Dennoch habe ich die Ernährungsform weiter durchgeführt, da ich…

  1. wissen wollte, ob es einen Jojo-Effekt gibt
  2. durch den Entzug von Kohlenhydraten viel weniger Müdigkeitsanfälle hatte.

Nun nach 9 Monaten kann ich die ketogene Diät wirklich empfehlen. Wer es schafft, sich durch die ersten Wochen zu quälen, wird mit gesteigerter Energie, weniger Heißhunger und einer wirklich tollen Gewichtsabnahme belohnt. Natürlich hat die Diät auch Schwächen, aber ich glaube, dass der Kosten/Nutzen-Faktor hier ganz gut liegt. Zum Thema Gesundheit gibt es nicht viel zu sagen. Wer diese Diät ausprobieren will, sollte sich am besten vorher von seinem Arzt beraten lassen.

Meines Wissens nach, sind jedoch nur Menschen mit Diabetes von der ketogenen Diät ausgeschlossen, da sich hier eine sogenannte Ketoazidose bilden kann. Aber da ich kein Arzt bin, möchte ich hier nicht viel darüber schreiben.

Wie so oft muss sich wohl jeder selbst eine Meinung bilden. Ich für meinen Teil, gebe der Diät 4 von 5 möglichen Punkten.

In diesem Sinne….

Euer Markus

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